Unser pädagogisches Konzept beruht auf den Grundlagen unserer pädagogischen Arbeit, auf dem Sächsischen Bildungsplan, auf den Vorgaben des Trägers und auf den Voraussetzungen, die uns mit dem kleinen Haus und seinem großen Garten gegeben sind. Es liefert Einblicke in unser alltägliches pädagogisches Handeln. In den letzten Jahren wurde es immer wieder überdacht, zum Teil verworfen und angepasst. Kinder und deren Familien, die unsere Kita besuchen, aber auch langjährige und neue Mitarbeiter werden als Bezugspunkte für die Weiterentwicklung des Konzepts herangezogen. Wir sind eine Ausbildungsstätte für Praktikanten von Fach- und Hochschulen und haben damit aus erster Hand die Möglichkeit, neue Erkenntnisse einfließen zu lassen. Veränderungen und Beständigkeit prägen unsere pädagogische Arbeit.
Gruppenleben mit Altersmischung
Wir betreuen die Kinder in zwei altersgemischten Gruppen mit 20 bzw. 30 Kindern im Alter von 2 Jahren bis Schuleintritt. Diese beiden Gruppen, die Sonnenkäfer und die Erdmännchen, bilden den für Kinder sicheren überschaubaren Rahmen im pädagogischen Alltag. Wir erleben es immer wieder, wie sehr sich die Kinder mit ihrer Gruppe identifizieren. Nichtsdestotrotz stellen Gruppen mit einer größeren Altersmischung und einer Gruppenstärke von 20 oder gar 30 Kindern eine besondere Herausforderung dar.
Vorteile der Altersmischung sind u.a.
weniger Übergänge, d.h. die Kinder verbleiben meist über die gesamte Kitazeit in ihrer Gruppe
relativ konstante Bezugspersonen, enge Zusammenarbeit mit den Familien
die Gruppe mit ihrer Heterogenität als Lernpotenzial für alle
die Älteren lernen Rücksichtnahme gegenüber den jüngeren Kindern und andersherum genauso
weniger Konflikte um bestimmtes Spielzeug
Kinder können anhaltende Freundschaften über die gesamte Kitazeit pflegen
weniger Leistungsdruck durch Gleichaltrige
Herausforderungen können u.a. sein
Planung einer differenzierten Raumgestaltung nimmt viel Zeit ein, damit jede Altersgruppe ansprechende und anregende Materialien vorfinden kann
ältere Kinder können dominantes Verhalten zeigen
Verunsicherung bei den Jüngeren aufgrund der Größe der Gruppe
es ist sehr anspruchsvoll jeder Altersgruppen gerecht zu werden – es besteht die Gefahr der Konzentration auf eine bestimmte Altersgruppe z.B. bei der Eingewöhnung oder Konzentration auf Vorschule
viele Absprachen zwischen den Kollegen notwendig, um einen Konsens zu finden
Gefahr von Über- und Unterforderung im Tagesablauf und bei Angeboten
Um diese Herausforderungen meistern zu können, sind wir als Pädagogen in ständigem Dialog, wie sich der Gruppenalltag in unserer Kita bestmöglich gestalten lässt.
Risikominimierung durch strukturierte Arbeit
Für jede Gruppe sind drei bzw. vier Pädagogen zuständig. Das hängt von der Gruppengröße und vom Alter der Kinder ab.
Morgenkreise In den Gruppen gehören zu unserem Alltag. Auch hier ist eine differenzierte Beobachtung dafür ausschlaggebend, dass alle Kinder sich ernstgenommen und beachtet fühlen – ein sehr hoher Anspruch, dem in kleineren Gruppen besser entsprochen werden kann. Deshalb finden Morgenkreise in großen und in kleinen Runden statt.
Um jedem Kind auch über die Mittagszeit gerecht zu werden, werden die Kinder in zwei Gruppen aufgeteilt – jüngere und ältere. Die jüngeren Kinder werden nochmals in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Kinder können besser begleitet und unterstützt werden. So kann ein ruhiger und geschützter Übergang zur Mittagsruhe gestaltet werden. Auch den Bedürfnissen der älteren Kinder kann durch die Teilung wesentlich besser entsprochen werden.
Kita Wirbelwind in freier Trägerschaft des Omse e.V.
Wir sehen uns als eine lebende und lernende Einrichtung. Daher entwickeln wir unsere Inhalte und Prozesse in der Kita stetig weiter. Den aktuellen Stand unserer Konzeption finden Sie hier.
Mir fiel zu allererst auf, wie freundlich der Ton im Wirbelwind ist. Nicht nur uns gegenüber, sondern auch den Kindern dort gegenüber. Die Außenanlage gefiel uns auch auf Anhieb. Die sympathische Köchin Tina kochte im Wirbelwind allen Kindern stets gesunde und leckere Mahlzeiten. Dafür danken wir allen, die daran beteiligt sind und waren, uns diese Erfahrungen zu ermöglichen. Es ist doch schön zu wissen, dass man sein Leben nicht an die Welt anpassen muss, sondern die Lebensumstände so zusammenstellen damit sie zum Leben passen. Ich liebe es, dass der Omse e.V. die Kinder einfach so nimmt, wie sie eben sind.
Spielen und Lernen in einer Garten-Kita!
Wenn Eltern unseren Garten sehen, beispielsweise an einem Elterninformationsnachmittag, hören wir oft die Aussage: „Hier würde ich auch gern noch einmal Kind sein.“
Unser großer und vielfältig gestalteter Garten bietet Ihrem Kind die Möglichkeit ähnlich positive Momente zu erfahren. Wir sind überzeugt, dass es eine Verbindung zwischen positiven Naturerlebnissen und Persönlichkeitsentwicklung in Hinblick auf Naturverbundenheit gibt. Naturerfahrungen tun gut, die Natur stärkt das Wohlbefinden - beste Voraussetzungen für spielerisches Lernen.
Die Kinder lernen in der Natur, dass manche Dinge einfach hingenommen werden müssen. Wo man nicht einfach auf einen Knopf drücken kann, wenn man will, dass der Vogel „piep“ sagt oder der Frosch quakt.
Der Garten bietet, genau wie unsere anderen Gruppenräume, die Möglichkeit die Bildungsbereiche, auf die im sächsischen Bildungsplan Wert gelegt wird, nachhaltig zu realisieren. Einige Beispiele wollen wir im Folgenden vorstellen:
Somatische Bildung Bewegung und Gesundheit (Aufenthalt an der frischen Luft, rennen, balancieren, klettern, körperliche Ausdauer)
Mathematische Bildung („Wer hat die meisten Nüsse gesammelt?“, „Wer hat das größere Blatt gefunden?“)
Soziale Bildung Kooperations- u. Konfliktfähigkeit, Verantwortungsübernahme, Frustrationstoleranz (Rücksichtnahme auf andere Lebewesen, abwechseln bei den Spielgeräten)
Kommunikative Bildung Konflikte um Spielgeräte aushandeln, Lösungen finden, Spielregeln aushandeln
Ästhetische Bildung Die Umwelt mit allen Sinnen entdecken und diese verarbeiten im bildnerischen Gestalten, in Liedern und Gedichten
Neben Haus und Garten bietet natürlich auch die nähere Umgebung mit ihren umliegenden Wiesen und Feldern, dem Gorbitzbach und den verschiedenen Spiel- und Sportplätzen in Gorbitz als Erkundungs- und Erfahrungsraum viele Möglichkeiten. Wir beziehen die Umgebung als Lernort in unsere pädagogische Arbeit regelmäßig ein. Zu lernen gibt es dabei sehr viel wie u.a.:
Neues entdecken und in Zusammenhänge bringen
Kennenlernen der näheren Umgebung und Schulung des Orientierungssinns
sich in einer größeren Gruppe im Straßenverkehr anpassen
Kennenlernen von Verkehrsregeln
Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme
Ausdauer
Beobachten
Ein Tag voller Erlebnisse!
Entdecken Sie unserer Kita und erfahren alles über den Tagesablauf.
...sind die fünf Leitbegriffe des Omse e.V.: annehmen-entfalten-ermutigen-anstiften-bewegen Diesen fünf Leitbegriffen haben wir einen sechsten hinzugefügt – beobachten. Das Beobachten bildet die Grundlage, um die hinter den Leitbegriffen stehenden pädagogischen Leitgedanken in unserer Kita zu verwirklichen.
Annehmen - Vielfalt als Bereicherung Die Familien, die Teil unserer Kita sind, kommen aus den unterschiedlichsten sozialen Kontexten. Wir schätzen diese Vielfalt und sehen sie als Ressource für unsere pädagogische Arbeit. Jeder Mensch ist anders und deswegen können wir alle voneinander lernen. Uns ist es sehr wichtig, dass sich jeder bei uns willkommen und angenommen fühlt. Akzeptanz ist die Grundlage eines gelingenden Zusammenlebens.
Im Kindergarten trifft das Kind auf andere Kinder-andere Kinder als Kameraden, Mitlacher, Mitstreiter, Vorbilder, Nachahmer, Initiatoren, Mitspieler, Phantasiegefährten. Nehme ich hinzu, dass es im Kindergarten erziehende Erwachsene gibt, die den Kindern Räume und Zeit, Holz und Wasser und vieles andere bereithalten, so können hier Lernprozesse stattfinden, die in der sogenannten Normalfamilie nicht selbstverständlich sind. Wann klauen Mama und Papa schon mal das Lieblingsspielzeug?
Entfalten – Persönlichkeitsentwicklung des Kindes Im Spiel entwickelt das Kind seine Persönlichkeit, denn Spielen bedeutet lernen. Im Spiel werden zentrale Grundbedürfnisse befriedigt, wie zum Beispiel das Erleben von Gemeinschaft, Orientierung, Autonomie, Selbstwerterhöhung und vor allem die Lust am Spiel. Beim Spielen können die Kinder ihre Phantasie entwickeln und entfalten. Deshalb nimmt das Spiel in unserem Tagesablauf den größtmöglichen Raum ein. Die Kinder können selbstständig entscheiden ob, wo, womit und mit wem sie spielen möchten. Denn dort besitzt das Kind die Möglichkeit folgende Kompetenzen zu erlernen:
mit Konflikten konstruktiv umgehen
wichtige Regeln des Spiels erfassen
anderen Kindern zuhören
Aushandeln von Spielinhalten über Sprache, Kompromisse finden
gemeinsame Suche nach Lösungswegen
Enttäuschungen verkraften
sich neuen Situationen stellen
Spielen kann durchaus eine Tätigkeit sein, die mit großem Ernst, höchster Konzentration und bis zur Erschöpfung betrieben wird. Insofern ist es ein fundamentales Missverständnis, wenn wir in unserem Denken Spielen mit Erholung oder Pausen von „ernsthaften Tätigkeiten“ gleichsetzen.
Ermutigen-Teilhabe bzw. Partizipation am Kita-Alltag Wir ermutigen Kinder, sich ihren Möglichkeiten entsprechend, an Entscheidungen und Entscheidungsprozessen, die sie und ihr Umfeld betreffen, zu beteiligen. Die Kinder sollen bei uns lernen ihre Meinung zu äußern, Sachverhalte zu hinterfragen und dagegensprechen zu können Denn jeder soll sich bei uns gehört und beteiligt fühlen. Das heißt für uns:
den Kindern achtsam und respektvoll zu begegnen, ihnen Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken
eine gleichberechtige Kommunikation mit allen Kindern entwickeln
Kinder ermutigen, sich an Entscheidungsprozessen und an der Aushandlung von Regeln zu beteiligen
Partizipation im Alltag einfach erklärt
Dazu ein paar Beispiele:
Themen der Kinder aufgreifen und bei der Durchführung unterstützen
Regeln der Gruppe gemeinsam erarbeiten und beschließen
viele Materialien sind für die Kinder frei zugänglich und erreichbar
Beim Füttern und Stallausmisten unserer Meerschweinchen helfen
Vorbereitung und Durchführung von Festen und Feierlichkeiten
Kinderwunschessen eine Woche monatlich
Speiseplan in Bildern
Vor- und Nachbereitung der Mahlzeiten
Bewegen und Anstiften als Möglichkeit Bewegen und Anstiften bedeuten für uns die gegenseitige Einflussnahme der Kinder untereinander, der Pädagogen auf die Kinder und umgekehrt. Die Freude am gemeinschaftlichen Leben ist für die Kita Quelle von Inspiration. Unsere Arbeit lebt dabei von Dialog und Dynamik. Jeder Mensch der bei uns ein und ausgeht hat Einfluss auf das Leben in der Kita.
Beobachten, um Kinder zu verstehen Jedes Kind will gesehen werden. Dafür braucht es eine umfassende und gezielte Beobachtung. Das Kind und seine Familie, das Kind und seine Beziehungen in der Gruppe, aber auch die Gruppe an sich stehen dabei im Fokus. Unser Ziel ist es, das Kind und die Gruppe besser zu verstehen, um für beide eine angemessene Unterstützung und Begleitung zu gewährleisten. Außerdem können wir der Entwicklung entsprechende Impulse setzen.
Das Kind und seine Familie Um die individuelle Entwicklung mit ihren Stärken, Besonderheiten und Potenzialen eines jeden Kindes zu erfassen, braucht es den ganzheitlichen Blick. Einige Fragen, die wir uns stellen:
Welche Sorgen hat es?
Worüber freut es sich gerade?
Welche Freunde hat es und was spielt es mit ihnen am liebsten?
Welchen Entwicklungsstand hat es?
Was lernt es momentan?
Welche Fragen und Antworten hat es?
Wie ist das Leben zu Hause?
Welche Besonderheiten gibt es in der Familie?
Das Kind in der Gruppe Neben der individuellen Beobachtung des einzelnen Kindes beobachten wir das Kind im Kontext der Gruppe. Die wechselseitigen Beziehungen zwischen Kind und Gruppe stellen für Lernprozesse und Selbstbildungspotenziale der Kinder eine zentrale Bedeutung dar. Die persönliche Entwicklung ist mit der Entwicklung der Gruppe und der Kleingruppe, in der es spielt, eng verknüpft. Das heißt, eine positive Gruppendynamik wirkt auch positiv auf die Entwicklung des Kindes.